BaWü Open 2018

BaWü Open 2018

Breitenberg, Pfronten im Allgäu 06. bis 08. April 2018

Die Baden-Württembergische Meisterschaft hatte hervorragendes Wetter geordert. Drei Tage waren angesetzt und drei Aufgaben konnten ausgerichtet werden.

Die Tasks waren sehr spannend gesetzt. Martin Petz als einer der besten Einheimischen Piloten bastelte jeden Tag dem Wetter entsprechend sagenhafte Routen.

1. Platz: Marc Wensauer
2. Platz: Ernesto Hinestroza
3. Platz: Ferdinand Vogel

Task 3 - KURZ UND KNACKIG

Sonntag 08. APRIL
Durch den Föhn gab es eine kurze Aufgabe über 30 km. Schnellster war Johannes Baumgarten.

Ergebnisse

EIN FEHLER UND RAUS?

Der dritte und letzte Tag wurde mit 7 hPa Druckdifferenz zwischen Bozen und Innsbruck gestartet. Lange wurde das Wetter ausführlich studiert um einem möglichen Föhndurchbruch zu vermeiden. Schließlich wurde eine kleine Aufgabe ausgeschrieben.
Die Bedingungen waren deutlich stabiler als die Tage zuvor. Auf 1600m Höhe versammelten sich alle Piloten an drei verschiedenen Positionen um den Startzylinder. Der Task war so klein, dass nur drei Mal aufgedreht werden musste um die Rund 30 km zurück zu legen. Nach nur 45 Minuten waren wir im Ziel. Wer sich einen kleinen Fehler erlaubte war hinten dran.
Mir selbst war beinahe ein Fehler passiert. Den richtigen Startbart hatte ich zwar durch Analyse der Route, dem durchs Gelände stärksten Steigen und damit der größten Höhe und dem vorherrschenden Wind gewählt, allerdings hatte ich mich für die save Variante entschieden.
Zwei Wendepunkte waren auf der anderen Talseite im Schatten zu nehmen. Fast alle Piloten nahmen sie direkt hintereinander und kamen, dann erst tief wieder an den thermisch aktiven Falkenstein zurück. Primoz Susaz und ich entschieden uns als einzige des großen Pulks für ein Zurückfliegen und nochmaliges Queren, wodurch wir jedes Mal schneller Anschluss fanden, da wir jeweils über den Abrisskanten ankamen. Leider trug es im Schatten, durch den NO Wind doch besser als gedacht und der Hauptpulk verlor kaum Höhe und kam auch mit guter Höhe wieder am Falkenstein an. Durch viel Gas und dem nötigen Glück in die jeweils stärksten Bärte zu stolpern konnte ich wieder zu den Führenden aufschließen. Gemeinsam ging es dann in den recht langen Endanflug. Johannes Baumgarten traute sich am tiefsten und schnellsten voraus ins Ziel zu fliegen. Dadurch ging der Tagessieg verdient an ihn.

Dieser Wettbewerb war mein erster seit einem Jahr. Auch einen reinrassigen Wettkampfschirm war ich schon länger nicht mehr geflogen. Um so mehr freue ich mich über meinen dritten Platz bei diesem sehr gut organisierten Wettbewerb!
Der Breitenberg eignet sich zum Zuschauen sehr! Als Freiflieger kann selbst während dem Wettbewerb die Luft über Pfronten genutzt werden und dem Wettbewerbsgeschehen super zugesehen werden.

Diese Saison werde ich an einigen weiteren Wettbewerben teilnehmen. Ich freu mich drauf!

Task 2 - WELTBEKANNTES SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN

Samstag 07. APRIL
Tief, Tiefer und zu tief. Philipp Haag gewinnt diesen Durchgang.

STRAFSOAREN FÜRS ZU TIEF KOMMEN

Am zweiten Tag führte die Route über das Lechtal hinaus am Schloss Neuschwanstein vorbei. Da die Talquerung thermisch nicht unterstützt wurde kamen fast alle nur knapp 100m über dem Schloss am Tegelberg an, bevor es weiter zum überfüllten Buchenberg ging. Am Nachmittag war das gesamte Gebiet über Schwangau bis Buching von Sicheln übersät. Grund dafür war ein nochmaliges Anfliegen des Buchenbergs, nachdem die Tegelberg-Talstation angeflogen werden musste. Durch den doppelten Flugweg kam das komplette Teilnehmerfeld zusammen und die Führenden mischten sich mit den Nachrückern.
Erst am späteren Nachmittag ging es über das Lechtal zurück an den Falkenstein. Die Schlüsselstelle des Rennens! Denn nur zwei Pulks entstanden welche vom Tegelberg aus direkt die lange Querung angingen. Die durch den Talwind versetzten Thermiken waren für die nachkommenden Piloten, einzeln fast nicht zu finden. Von dort ging es mit einem kleinen Abstecher nach Norden zur Burgruine Eisenberg ins Ziel zurück nach Pfronten.
Für mich war an dieser Stelle der Task 2 nicht so gut gelaufen. Mit einem leichten Rückstand auf die zwei Pulks durch zu niedriges Anfliegen des Tegelberges, erwischte ich nur wenige Blubber bei der Querung. Mit wenigen Piloten mogelten wir uns auf die Nordflanke der Falkenstein-Rippe. Soarend im Talwind befanden wir uns in einer Sackgasse. Der Nordhang war zu wenig sonnenbeschienen als das Thermik hinaufkommen würde. Der Weißensee direkt am Fuße des Hanges machte jegliche Hoffnung auf Thermik zu Nichte. Als immer mehr sich mit dem leichten Ostwindanteil Richtung Pfronten blaßen ließen entschied ich mich doch noch fürs Falkenstein-Lee und konnte schließlich 20 Minuten nach den Ersten ebenfalls das Ziel erreichen. Platz 21 an diesem Tag für mich.

Task 1 - WIN WIN WIN

Freitag 08. APRIL
Ein Jahr keinen Wettbewerb und dann gleich den Tagessieg eingesteckt. Ein spannedes Rennen mit Höhen und Tiefen.

 

WENN ES LÄUFT

Die Wettbewerbssaison geht in die nächste Runde! Das Frühjahr ist endlich da und die Schirme wollen bespaßt werden!
Hundertzwanzig Piloten haben sich heute am Breitenberg in die als extrem stabil vorhergesagte Luft begeben. Die Aufgabe war bewusst einfach gewählt worden, damit bei dieser Landesmeisterschaft auch Einsteiger erfolgreich das Ziel erreichen können.

Der gegenüber liegende Falkenstein besteht aus einer steilen, teils felsigen Südflanke. Dort versammelten sich kurz vor 14 Uhr alle Piloten auf über 1500m Höhe. Trotz der starken Inversion und dem turbulenteren Ostwind waren kräftige und enge Thermiken dabei.
Das Rennen startete um 14 Uhr und führte zunächst Richtung Autobahn-Grenztunnel. Das Teilnehmerfeld blieb recht dicht beisammen und flog gemeinsam über den Bergrücken zum ersten Zylinder. Je näher man diesem kam, desto mehr Nordwind Anteil war dabei und die thermisch aktive Südseite wurde zur nach unten drückenden Falle. Manche Piloten versuchten es nord seitig im Luv -mussten aber auch bald zum Waschgang zu den Führenden auf die Südseite zum Zylinder wechseln. Wer die Wende genommen hatte drehte um und hatte alle Entgegenkommende vor der Nase. Das Runterdrücken hörte nicht auf. Einige lösten sich vom Hang, andere suchten Schutz direkt am Gelände.
Fast 2/3tel der Piloten konnte wenig später das saftige Gras der Allgäuer bzw. Tiroler Wiesen bestaunen. Nur wenige hatten mit der Höhe aushalten können und sich nahe am Hang entlang in Wind geschütztere Gebiete gemogelt.
Ab da wurden die Steigwerte zahmer, bis schwach. Denn die Zirren hatten sich deutlich verdichtet. Die übrig gebliebenen flogen zögerlich den Task ab. Immer wieder verabschiedeten sich Einzelne und mussten Außenlanden.
Als die Route wieder in Richtung Lechtal verlief musste der Bergrücken komplett verlassen werden. Die Führungsgruppe stellte es dabei ab. Zu aggressiv flogen sie hinaus zum Radius. Auf dem direkten Weg zurück zum Hang erfuhren sie abermals das Hinunterdrücken. Zwei konnten sich in Talmitte fast 10 Minuten in 50m über Grund schließlich kurzzeitig retten. Wir die letztlich Siegenden blieben direkt im Tal und fanden dort den nötigen Aufwind.
Nach bereits über einer Stunde Racezeit kam endlich die Sonne heraus. Die letzten Wenden konnten wie im Flug genommen werden und mit wenigen Kreisen ging es teils super knapp in den Endanflug.

Meinen persönlichen Vorsprung konnte ich auf dem Rückweg über Pfronten im Flachen gegen den Wind herausfliegen. Als erster erkannte ich, dass durch den blauer werdenden Himmel immer mehr Freiflieger tief wieder Höhe gewinnen konnten. So entschied ich mich für einen direkten Endanflug ohne vielem Höhemachen und überflog die Ziellinie als Erster.

Ein gut organisierter Wettbewerb! Der morgige Tag verspricht bessere Bedingungen. Wir freuen uns drauf!

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